Heft 01/2010


Heft Januar 2010

"Blickpunkt Dienstleistung" Heft 01/10 - Inhalt

  • Zeitarbeit in der Kritik

  • DGB-Tarifverhandlungen mit Nach- und Nebenwirkungen

  • Zoll deckt umfangreiche Mindestlohnunterschreitungen bei oberfränkischen und südthüringischen Zeitarbeitsfirmen auf

  • Senatorin Bluhm zur Entscheidung des Landesarbeitsgericht: Dumpinggewerkschaften nicht tariffähig

  • Offener Brief an Berlins Arbeitssenatorin Carola Bluhm

  • Deutscher Zeitarbeitsmarkt mit einem weiteren Lebenszeichen im dritten Quartal 2009

  • 30 Jahre Piening Personal-Service - 30 Jahre "E+S Softwarelösungen" 25 Jahre partnerschaftliche Zusammenarbeit

  • Manpower Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2010

  • Runtime-Auszubildende erstmals bei einem Arbeitsschutz-Seminar

  • Adecco Stellenindex Deutschland: 372 373 Angebote im Gesamtjahr 2009

  • DIS AG weitet mit SHS VIDEON erfolgreich eingeführtes Debitorenmanagement konzernweit aus

  • Olympia Flexgroup verkauft Geschäft in Spanien

  • Projekt ELENA: "Monitor"-Bericht führt in die Irre

  • Neue Mindestlohnverordnung

  • Dritter Kongress ZEITARBEIT in Köln

  • Die ARMON GmbH wurde 25 Jahre

  • Zeitarbeit darf nicht zu einem Instrument von Beschäftigungs-Willkür verkommen

  • Keine vorschnelle Regulierung der Zeitarbeit

  • BZA: Schlecker schadet dem Image der Branche

  • iGZ begrüßt Zeitarbeits-Initiative der Unionsfraktion

  • Wann, was, wo gebaut wird

  • AMP: Konstruktive Verhandlungen der Tarifvertragsparteien

  • DIHK: Arbeitsmarkt flexibilisieren!

Leseprobe

Norbert Fuhrmann zur aktuellen Tarifsituation 

DGB-Tarifverhandlungen mit Nach- und Nebenwirkungen

Die Tarifsituation in der Zeitarbeitsbranche hat über den Jahreswechsel nichts an Brisanz verloren. Nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg zur Tariffähigkeit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP), stehen zu Beginn des neuen Jahres die DGB-Tarifverträge im Fokus.

Norbert Fuhrmann, Tarifexperte und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit (IQZ) erwartet „schwierige Verhandlungen" und fordert von der Arbeitgeberseite ein entschiedenes Handeln: „Die Aufnahme und der erfolgreiche Abschluss neuer Verhandlungen sind für die Branche wichtiger denn je. Insbesondere wenn es in den kommenden Monaten zu der prognostizierten Konjunkturerholung kommen sollte. Denn obwohl es diesbezüglich noch zu keiner einheitlichen Rechtsprechung gekommen ist, gehe ich davon aus, dass die Inbezugnahme der gekündigten DGB-Tarifverträge bei Neueinstellungen sich letztlich als nicht zulässig herausstellen wird. Das würde bedeuten, dass jeder neue Mitarbeiter – auch unter Bezugnahme der BZA und iGZ Tarifverträge – seit dem 1. Januar diesen Jahres nach Equal Pay bezahlt werden muss. Kritisch sehe ich, dass die Gewerkschaften nicht nur durch das CGZP-Urteil und den unsicheren Nachwirkungsstatus verhandlungstechnisch ‚Oberwasser' haben. Durch die Festlegung des iGZ, erst in Verhandlungen mit den Gewerkschaften einzutreten, nachdem diese mit dem BZA geführt worden sind, hat man sich in eine gefährliche Sackgasse manövriert. Schließlich gab es seit mehr als einem Jahr keine Verhandlungen zwischen BZA und der DGB-Tarifgemeinschaft, die diese Bezeichnung verdient gehabt hätten.

Zum besseren Verständnis: Vor der Aufnahme von Tarifverhandlungen legt man ein Angebot vor. Das des BZA sah im November 2008 wie folgt aus:

ab                 Steigerung*     Lohn

01.05.2009 ____ 0,8 % ____ 7,44 €
01.12.2009 ____ 1,5 % ____ 7,52 €
01.05.2010 ____ 2,9 % ____ 7,59 €

Dieses Angebot lehnten die Gewerkschaften ab und forderten deutliche Nachbesserungen. Zu Tarifverhandlungen im eigentlichen Sinne kam es nicht. Das Folge-Angebot des BZA wurde am 19. Januar 2009 vorgelegt - überraschenderweise mit niedrigeren statt höheren Kennzahlen:

ab                 Steigerung*      Lohn

01.10.2009 _____ 1 % _____ 7,45 €
01.04.2010 _____ 1 % _____ 7,52 €

Dass sich die Gewerkschaftsseite diesem ‚Angebot' ebenfalls verweigerte, versteht sich von selbst. Statt dessen machten die Arbeitnehmervertreter in den folgenden Monaten wiederholt darauf aufmerksam, dass seit 2004 eine Verhandlungsverpflichtung für Branchenzuschläge seitens des BZA besteht. Diese Verpflichtung wurde bis heute nicht eingelöst. Währenddessen kreist der iGZ weiter in der selbstauferlegten Warteschleife. 

Die vorliegenden Zahlen lassen den Schluss zu, dass in den vergangenen Monaten und Jahren auf Arbeitgeberseite nicht verantwortungsbewusst und zielstrebig an einer Weiterentwicklung der bestehenden Tarifverträge mit den DGB-Gewerkschaften gearbeitet wurde. 

Wird weiter nach diesem Muster verfahren, steht zu befürchten, dass die Gewerkschaften geschlossen aussteigen. Spätestens dann hätte man der Branche einen Bärendienst erwiesen." 

* Die prozentualen Zuwachsraten beziehen sich auf 2006 (7,38 €)




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