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LÜNENDONK®-STUDIE
2009:
Steigende Bedeutung des Themas Weiterbildung
Nach dem Abklingen der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise
ist mit einer verstärkten Nachfrage nach Zeitarbeitsnehmern zu
rechnen. Damit Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-
Unternehmen verstärkt davon profitieren können, sollten sie
Interesse daran haben, das fachliche Know-how ihrer zu
vermittelnden Klienten durch Weiterbildung zu erhöhen.
Grundsätzlich zu unterscheiden sind Weiterbildungsmaßnahmen
für Mitarbeiter ohne Berufsabschluss oder sehr geringen
Qualifikationen gegenüber solchen für hochqualifizierte
Fachkräfte. Laut der Lünendonk®-Studie 2009 „Führende
Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs- Unternehmen in
Deutschland“ rechnen sich die bei Hochqualifizierten
umfangreicheren Investitionen für Weiterbildung wirtschaftlich,
da diese auch über einen längeren Zeitraum bei dem
Zeitarbeits- Unternehmen beschäftigt sind. Die
Lünendonk®-Studie ist seit Mitte Juli bei der Lünendonk GmbH,
Kaufbeuren, erhältlich.
Zahl der Weiterbildungsmaßnahmen steigt
Obwohl die Anzahl der Zeitarbeitnehmer, die an einer
Weiterbildung teilgenommen haben, noch recht überschaubar ist,
steigt ihre Zahl doch merkbar an. Schickten die
Zeitarbeits-Unternehmen 2007 im Durchschnitt 10,8 Prozent ihrer
Zeitarbeitnehmer auf eine Weiterbildung, so entsandten sie im
folgenden Jahr den Angaben der 62 befragten Unternehmen zufolge
15,4 Prozent. Zwar handelt es sich beim Löwenanteil dieser
Weiterbildungsmaßnahmen um einfache Qualifikationen wie zum
Beispiel Staplerführerscheine oder andere. Allerdings haben die
Unternehmen den steigenden Bedarf erkannt und beginnen
zunehmend, ihn zu befriedigen. Denn mit einer Fortbildung steigt
die Vermittelbarkeit eines Zeitarbeitnehmers, und die
Zeitarbeits-Unternehmen können dessen durchschnittliche
Einsatzdauer und -häufigkeit bei Kundenunternehmen erhöhen.
Eingeschränkt werden die Weiterbildungsanstrengungen der
Zeitarbeits- Anbieter durch wirtschaftliche Überlegungen: Damit
ein Unternehmen Zeit und Geld in eine Schulung oder
Weiterbildung investiert, muss sich dieser Aufwand für das
Zeitarbeits- Unternehmen lohnen. „Die Investitionen in die
Weiterbildungsmaßnahmen müssen sich für das
Zeitarbeits-Unternehmen als Arbeitgeber wirtschaftlich rechnen“,
sagt Hartmut Lüerßen, Partner der Lünendonk GmbH.
Der größte Teil der Weiterbildungen fand im Jahr 2008 während
der Beschäftigung beim Kunden statt (46,5%). Weiterbildungen
bei Aufnahme der Tätigkeit erfolgten in 20,3 Prozent der
Fälle. Die Wartezeiten zwischen Einsätzen beim Kunden nutzten
18,9 Prozent der befragten Zeitarbeits- Unternehmen für
Weiterbildungsmaßnahmen. Bei 14,3 Prozent der Weiterbildungen
unterrichtete der Kunde die Zeitarbeitsnehmer vor Aufnahme der
Tätigkeit.
Aufwändige Weiterbildung nur bei Fachkräften üblich
Aufgrund des Fachkräftemangels sind Weiterbildungsmaßnahmen
bei Hochqualifizierten beinahe selbstverständlich. Bei
Hilfskräften wird darauf allerdings nur wenig Wert gelegt.
Gleichwohl haben einige große Anbieterunternehmen gemeinsam mit
Industrie- und Handelskammern Qualifikationsmodelle für
Hilfskräfte entwickelt, die nach mehreren Einsätzen und
entsprechenden Tätigkeiten bei Kundenunternehmen anerkannte
Zertifikate erwerben können. Diese Maßnahmen werden auch als
Employability Management bezeichnet.
„Zeitarbeits-Unternehmen sollten Weiterbildung in den
verschiedenen Qualifikationssegmenten gezielt einsetzen“, sagt
Lüerßen. „Employability Management schafft wichtige Basis-
Qualifikationen für bessere Vermittlungschancen. Bei höher
Qualifizierten sind Weiterbildungsmaßnahmen wichtige Aspekte
für die Attraktivität des Zeitarbeits-Unternehmens als
Arbeitgeber.“
Exponentielle Zunahme von internen Weiterbildungsmaßnahmen
Die internen Mitarbeiter von Zeitarbeits- Unternehmen kommen
überdurchschnittlich oft in den Genuss einer Weiterbildung. Von
den befragten Unternehmen hat durchschnittlich die Hälfte der
internen Mitarbeiter in 2008 an einer Weiterbildungsmaßnahme
teilgenommen. Extrapoliert bedeutet dies, dass alle zwei Jahre
jeder Mitarbeiter in den Genuss einer Fortbildung kommt.
Ähnlich wie bei den Zeitarbeitnehmern ist zu erwarten, dass die
Bandbreite der Maßnahmen stark streut; trotzdem ist ein Wert
von 50 Prozent als sehr hoch einzuschätzen.
(Stephanie Bittner, CCPR – Corporate Communications
Professionals) |