Heft 10/2009


Heft Oktober 2009

"Blickpunkt Dienstleistung" Heft 10/09 - Inhalt

  • Eine gute Wahl für die Branche

  • Stellungnahmen zum Ergebnis der Bundestagswahl BZA: Neue Chancen für den Arbeitsmarkt

  • iGZ: "Nachteilige Änderungen für Zeitarbeit nicht zu erwarten"

  • LÜNENDONK®-STUDIE 2009: Positive Zukunftserwartungen für die Zeit nach der Krise

  • IC Market Tracking® Zeitarbeit in Osteuropa: Hiobsbotschaft für den osteuropäischen Zeitarbeitsmarkt

  • Neue WSI-Datenbank zeigt Daten für jeden Land- und Stadtkreis: Landkarte der Leiharbeit

  • GEDAT bietet Erweiterung seiner hoch spezialisierten Software

  • Strategische Herausforderung für den Mittelstand "Qualifizierte Mitarbeiter suchen, finden und binden"

  • Erfolg nach dänischem Rezept - 20 Jahre HANSETEAM

  • Bonus-Malus-Prinzip und Kug-Möglichkeiten vorgestellt

  • "Die Zeitarbeit hat ihre beste Zeit noch vor sich"

  • IAB: Bei der Arbeitsmarktpolitik Kurs halten

  • Veranstaltungshinweis: 4. Bundeskongress der Personaldienstleistungen

  • Ausbildung in der Zeitarbeit - ein Wirtschaftsfaktor

  • Hays baut Geschäft mit Zeitarbeit weiter aus

  • Adecco Stellenindex Deutschland: Bericht drittes Quartal 2009

  • Großes Interesse am Forum Human Capital des AÜG Netzwerkes

  • Reppert und Schäfer setzt nach 10 Jahren auch auf Server-Hosting

  • Finanzamt kann Zugriff auf Daten von gesetzlich nicht vorgeschriebenen elektronischen Aufzeichnungen nicht verlangen

  • Erfolgreicher Tag der offenen Tür im CJD Berufsbildungswerk Frechen mit der HKP-Unternehmensgruppe

  • BAG: Rückzahlung von Ausbildungskosten

  • Wann, was, wo gebaut wird 

Leseprobe

Ausbildung in der Zeitarbeit – ein Wirtschaftsfaktor

Die Zeiten sind endgültig vorbei, in denen man guten Gewissens behaupten konnte: „Zeitarbeit ist eine Branche der Quereinsteiger – niemand hat Zeitarbeit gelernt, die Ausgangsposition ist für alle gleich.“ Seit es den Verbänden mit großem Engagement gelungen ist, das Berufsbild des/r Personaldienstleistungskaufmanns/-frau im großen Spektrum der Ausbildungsberufe zu etablieren, kann man lernen, was man beruflich tut – und seit Fort- und Weiterbildung von der Bundesagentur für Arbeit mit einem nennenswerten Etat gefördert wird, sind die, mit dem eigentlichen Lehrberuf teilweise sogar konkurrierenden Angebote, wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Hunderte von Firmen und Institutionen bieten in der Menge oft kaum überschaubare Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Personaldisposition und Personalführung an. Auslöser dieses Booms war sicher zu einem großen Teil der ständig wachsende Bedarf an internem Personal von Zeitarbeitsfirmen und die damit automatisch verbundene Steigerung der qualitativen Ansprüche, bedingt auch durch die Ausweitung der Angebotspalette eines modernen Dienstleistungsanbieters.

Inzwischen kann man guten Gewissens behaupten, dass die Firma, die die Förderung ihres Nachwuchses vernachlässigt, in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr den Ansprüchen des Marktes genügen wird. Firmen wie Randstad, Adecco, Manpower oder auch Dekra, mit ihren stets wachsenden, innovativen Angeboten für ihre Kunden, sollten als Vorbilder für die Entwicklung einer ganzen Branche nicht außer acht gelassen werden. Stillstand ist Rückschritt! Gerade in einer Zeit, in der das Ringen um bestehende und zukünftige Marktanteile eine existenzielle Situation darstellt, sind Investitionen in Arbeitsqualität lohnende Investitionen. Speziell, wenn eine Firma auf dem Weg ist, auch in der Zukunft ihren Platz im umkämpften Markt der Personaldienstleistung zu behaupten.

Personaldienstleistungskaufmann-/ frau

Ob man nun den „Run“ auf diesen neuen Beruf als Erfolg feiern kann, soll hier einmal nicht das Thema sein. Bei der Anzahl der Zeitarbeitsfirmen in unserem Lande hätte man sich auch mehr Einsteiger in diesen neuen Lehrberuf vorstellen können. Da die Zukunftsperspektiven für junge Leute in der stetig wachsenden Personaldienstleistungsbranche unbestritten sind, kann man allerdings durchaus annehmen, dass die Zukunft dieses Berufes gesichert ist. Abzuwarten bleibt lediglich, ob es der Branche gelingt, diesen qualifizierten Nachwuchs in ihren Reihen zu halten. Vorzustellbar ist durchaus das Abwerben und Abwandern dieser neuen Personalexperten in andere Branchen, die schon heute händeringend nach gut ausgebildeten Mitarbeitern für ihre Personalabteilungen suchen.

Die Ausbilder-Eignungsverordnung

Ein Berufsberater der örtlich zuständigen IHK ist verantwortlich dafür, festzustellen, ob ein Betrieb als Ausbildungsbetrieb zuzulassen ist. Die gesetzlichen Vorgaben sind in der Ausbilder-Eignungsverordnung formuliert, die in überarbeiteter Fassung seit dem 1. August 2009 wieder in Kraft gesetzt ist. Bei Kenntnis des Berufsbildungs- und Jugendarbeitsschutzgesetzes sowie der PDK-Ausbildungsverordnung einerseits und bei der persönlichen und fachlichen Eignung der Ausbilder, deren Vorgaben sehr variabel gestaltet sind, ist der Weg zur Erlangung der Zustimmung als Ausbildungsbetrieb tätig werden zu dürfen, kein unüberwindliches Hindernis.

Bei Interesse bekommen Sie jede Menge Infos im Internet unter der Adresse: www.alle-achtung.info.

Für spezielle Fragen zur Vergütung und zur PDK-Ausbildung im Allgemeinen haben die drei großen Verbände der Zeitarbeit spezielle Mailadressen eingerichtet. 
Gerne beantwortet man hier Ihre Fragen: 

pdk@bza.de 
pdk@ig-zeitarbeit.de
 
pdk@amp-info.de

Andere Wege der Qualifikation für „Personaler“

Spezialisierte Anbieter

Spaziert man durchs Internet, erstaunt das reichhaltige Angebot an Qualifizierungsmöglichkeiten für die mit dem Umgang mit Personal befassten Mitarbeiter eines Betriebes. Die in der Branche Zeitarbeit spezialisierten, bekannten Seminaranbieter bieten in ihren Seminaren durchweg alle relevanten Inhalte, die speziell neuem Personal den Einstieg in die doch etwas andere Materie der Personalüberlassung erleichtern. Großer Vorteil dieser Anbieter ist die Erfahrung und die Kenntnis spezieller Inhalte und Anforderungen, die Personaldienstleistungsanbieter immer noch zu beachten haben und natürlich deren praktische Umsetzung.

Institutionen

Als Institution soll hier die IHK genannt werden. Bundesweit werden viele tausend Kurse angeboten, die auch das Feld der mit Personal befassten Beschäftigungen voll abdecken. Neben Seminaren für „Personalentwickler“, die sich z.B. über sechszehn Tage erstrecken, bietet die IHK, quasi in Konkurrenz zum Personaldienstleistungskaufmann/ -frau, die vollwertige Ausbildung zum „Personalfachkaufmann/ -frau“ an. Während bei dieser Berufsbezeichnung der spezielle Bezug auf die Zeitarbeit nur am Rande besteht, ist bei der von der IHK angebotenen Ausbildung zum „Personaldisponenten für Zeitarbeit“ der direkte Bezug schon im Titel erkennbar.

Alle angebotenen Aus-, Fort- und Weiterbildungen sind natürlich öffentlich gefördert und somit aus Steuermitteln sicher finanziert.

Andere Anbieter

Diese sichere Finanzierung von Fortbildung hat natürlich zur Folge, dass das Feld der Anbieter inzwischen kaum noch zu überschauen ist. Hunderte von sogenannten „Akademien“ konkurrieren über Internet und andere Werbemedien um ein Stück des lukrativen Kuchens, den es zu verteilen gibt.

An dieser Stelle soll hier nur auf die Angebote der Firma DEKRA verwiesen werden, die seriös und integer qualitativ hohe Anforderungen erfüllen.

Studierte Personaldienstleister

Während an der FH Heidelberg der schon seit einigen Jahren durchgeführte und vom BZA geförderte berufsbegleitende Studiengang „Management von Arbeitsmarktintegration“ weiterhin angeboten wird, startet in diesem Herbst an der Uni Friedberg/Gießen der von BZA, iGZ und AMP unterstützte „Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung“. Berufsbegleitend werden an diesem zusätzlichen Studienort Fachqualifikationen für Personen mit Erfahrung aus der Personaldienstleistungsbranche vermittelt. In zehn Modulen wird über zwölf Monate verteilt die Arbeitnehmerüberlasung mit all ihren Inhalten vermittelt. Vorstellbar ist durchaus, dass hier die Wiege künftiger Spitzenmanager für die herausragenden Positionen bei den großen Firmen der Branche etabliert wurde. Dem ehrgeizigen Projekt ist, ohne Einschränkung Erfolg zu wünschen.

Fazit

Ein großer Markt der Aus-, Fort- und Weiterbildung stellt der Branche Zeitarbeit Handwerkszeug zur Verfügung, das mithilft, die Visionen von einem vorerst ungebremsten Aufschwung in der Zukunft auf qualitativ hohem Niveau zu bewältigen.

Natürlich bleibt es jedem Unternehmer selbst überlassen, welchen Weg er einschlagen will, um künftig anspruchsvolle Aufgaben in Angriff zu nehmen. Die kurz-, mittel- und langfristige Betriebsplanung wird neue Situationen aufzeigen und neue Situationen erfordern neue Gedanken.

Am künftigen Ausbildungsstand der Mitarbeiter kann bei diesem weit gefächerten Angebot Zukunft auf jeden Fall nicht scheitern.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Autor dieses Artikels

Klaus Spazier 
inprogress – Service für Zeitarbeit

Telefon 04941 982400 
Im Internet www.inprogress.de 

Mailadresse spazier@inprogress.de




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